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Granatapfel - jahrtausendealte Heilfrucht mit vielseitiger gesundheitlicher Wirkung

Die medizinische Verwendung des Granatapfels hat eine jahrtausendealte Tradition. Die wirksamen Inhaltsstoffe im Granatapfel sind die sogenannten Polyphenole, insbesondere das Hauptpolyphenol Punicalagin. In den letzten 15 Jahren wurde in über tausend Studien die gesundheitsförderliche Wirkung der Granatapfel-Polyphenole in folgenden Bereichen bestätigt:

   1. Krebs

   2. Zellalterung

   3. Herzgesundheit

   4. Gefäße

   5. Cholesterin

   6. Gehirn

   7. Entzündungen

   8. Gewichtskontrolle 

   9. Diabetes

   10. Viren und Bakterien

1. Granatapfel-Polyphenole gegen Prostatakrebs

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass die in Obst und Gemüse enthaltene Symphonie natürlicher Pflanzenstoffe vor Krebs schützt. Der Granatapfel gilt hier als Spitzenkandidat, da er sich nicht nur präklinisch, sondern auch in drei klinischen Studien mit Prostatakrebspatienten gut bewährt hat. Prostatakrebs ist mit 25 % aller auftretenden Tumoren die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland – vor Darm- und Lungenkrebs. Für ihr Wachstum sind die meisten Prostatakarzinome auf Androgene (wie Testosteron und vor allem Dihydrotestosteron) angewiesen. Daher zählt die Hormonentzugstherapie insbesondere bei fortgeschrittenen Tumoren neben Bestrahlung und Operation zur Standardbehandlung.

Das typische Prostatakarzinom ist ein langsam wachsendes Alterskarzinom. Abhängig von der Aggressivität des Tumors können viele Betroffene sich zunächst für eine aktive Überwachung („active surveillance“) bzw. für ein Zuwarten bis zum Auftreten erster Symptome („watchful waiting“) entscheiden. Daher ist es besonders wichtig, die Zeit zur Metastasierung zu verlängern, damit der Patient möglichst lange eine hohe Lebensqualität genießen kann und nicht an, sondern mit seinem Prostatakrebs verstirbt. Aber auch Männer mit PSA-Rezidiven (erneuter Anstieg des PSA-Werts) nach Primär¬therapie (Bestrahlung, OP) möchten häufig ihren Gesundheitszustand aktiv durch Veränderungen ihrer Lebens- und Ernährungsweise verbessern. Hier bieten regelmäßige Bewegung und eine pflanzenbetonte Ernährung einen vielversprechenden Ansatz.

Granatapfel-Polyphenole zeigten in zahlreichen in vitro-, in vivo- und klinischen Studien eine überzeugende Hemmung der Krebsentstehung, des Wachs¬tums und der Metastasierung. Hierfür verantwortlich ist das natürliche Zusammenspiel der antientzündlichen, antioxidativen, anti-östrogenen Polyphenole, die Einfluss auf das Immunsystem, das Epigenom und die Zellsignalwege nehmen. Dabei finden keine Veränderungen der Androgen- oder Östrogen-Spiegel statt.

Im Jahr 2009 wurden die eindrucksvollen sechsjährigen Langzeiteffekte der ersten Studie mit Prostatakrebs-Patienten nach einer erfolglosen Primärtherapie publiziert: Durch die Einnahme von 570 mg Granatapfel-Polyphenolen (als Saft aus Konzentrat) wurde eine Verlängerung der PSA-Verdopplungszeit von durch¬schnittlich 15,4 auf 60 Monate erreicht (Pantuck et al., 2006 und 2009). Der PSA-Wert ist ein wichtiger Verlaufsmarker bei Prostatakrebs: Je langsamer der PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) nach einer Therapie wieder ansteigt, desto länger ist normalerweise die Lebenserwartung.

Eine Studie von der John-Hopkins-Universität konnte erneut die Wirksamkeit von Granatapfel-Polyphenolen bei Prostatakrebs bestätigen. In der doppelblinden randomi¬sierten Studie wurde 104 Prostatakrebs-Patienten nach erfolgloser Primärtherapie Granatapfel-Extrakt verabreicht und der PSA-Verdopplungszeitraum beobachtet. Die Studien¬teilnehmer waren im Schnitt 74,5 Jahre alt und hatten einen Prostatakrebs von mittlerer Aggressivität (Gleason-Score 7). Die tägliche Aufnahme von Granatapfel-Extrakt über 6 Monate bewirkte eine Verlänge¬rung der mittleren PSA-Verdopplungszeit von 11,9 auf 18,5 Monate. Bei 43 % der Studienteilnehmer konnte diese Zeitspanne im Vergleich zum Ausgangswert zu Beginn der Studie verdoppelt werden, bei 13 % wurden fallende PSA-Werte festgestellt (Paller et al., 2013). Täglich wurden 600 mg Granatapfel-Polyphenole (nach Folin-Ciocalteu als Gallussäure-Äquivalent) in Form eines Granatapfel-Extrakts eingenommen.

In einer randomisierten Doppelblind-Studie mit 203 Prostatakrebspatienten wurde über sechs Monate die Wirksamkeit von polyphenolreichen Extrakten aus Granatapfel, grünem Tee, Brokkoli und Gelbwurz (Kurkuma) überprüft. Während sich im Median der PSA-Wert in der Polyphenol-Gruppe nach sechs Monaten durchschnittlich um nur 14,7 % erhöhte, waren es in der Placebo-Gruppe ganze 78,5 %. Am Ende der Studie konnten in der Polyphenol-Gruppe 61 Studienteilnehmer (46 %) einen stabilen oder sogar geringeren PSA-Wert aufweisen, während dies in der Placebo-Gruppe bei lediglich 9 Personen (14 %) der Fall war. In der Polyphenol-Gruppe konnten 114 Studienteilnehmer (92,6 %) das bisherige Verfahren fortführen (active surveillance bzw. watchful waiting), während das nur auf 38 Teilnehmer (74 %) der Placebo-Gruppe zutraf. Nebenwirkungen traten keine auf – ein beachtlicher Unterschied innerhalb von nur 6 Monaten (Thomas et al., 2013).

Eine Doppelblind-Studie aus der Schweiz zeigt, wie wichtig der Polyphenol¬gehalt des Granatapfelsaftes und die Art des Prostatakarzinoms sind. Das verwendete Getränk mit 27,5 % Granatapfelsaft enthielt laut unserem Test bei der Universität Hohenheim tatsächlich nur 0,1 mg/ml Punicalagin. Demnach wurden in der Studie für 4 Wochen 500 ml des Getränks mit 138 ml Granatapfelsaft, 50 mg Punicalagin und 50 g Zucker verabreicht. Angesichts der geringen Wirkstoffmenge und der kurzen Zeit überrascht es, dass dennoch drei Patienten in der Verum-Gruppe einen PSA-Abfall von über ≥30% erfuhren, während nur ein Patient in der Placebo-Gruppe einen PSA-Abfall hatte (Stenner-Liewen et al., 2013). Es überrascht umso mehr, dass in den nächsten 4 Wochen nur noch die Hälfte der Dosierung verwendet wurde und man damit eine sicher nicht mehr wirksame Dosis verabreichte. Die Studie konnte dann auch über die gesamte Zeit von 8 Wochen keine statistisch signifikante Wirkung mehr nachweisen. Dies dürfte einerseits am Studiengetränk mit geringem Granatapfel-Polyphenol- und Punicalagin-Gehalt gelegen haben, andererseits aber auch an der Art des Prostatakarzinoms. Die 98 Patienten litten überwiegend an einem fortgeschrittenen, hormonrefraktären (trotz Hormonentzugstherapie weiter fortschreitenden) Prostatakrebs. Bei dieser Art von Prostatakrebs wurde bereits als großer Erfolg erachtet, dass Chemotherapie eine Lebensverlängerung von etwa 3 Monaten bewirken kann. Wer polyphenolarme Granatapfelsäfte oder -getränke zu sich nimmt, nimmt nur wenig Wirkstoffe, dafür aber reichlich Zucker auf, was bei Krebs ungünstig ist. Wer Wert auf einen hohen Punicalagin-Gehalt legt, nimmt pro ml - verglichen mit dem in der Studie verwendeten Getränk - mit Dr. Jacob’s Granaforte die über 300-fache Menge an Punicalagin A und B auf - laut unserem Test, der von der Universität Hohenheim durchgeführt wurde. >> Mehr Infos zum Test

Forschungsergebnisse  zeigen interessante Perspektiven bezüglich des hormonrefraktären Prostatakarzinoms auf (Überblick: Jacob und Klippel, 2008). Eine bedeutsame Wirkung von Granatapfel-Polyphenolen bei fortgeschrittenem Prostatakrebs ist auch die Hemmung der Metastasierung und Tumorgefäßneubildung. Noch wenig erforscht, aber interessant ist auch die Wirkung von Granatapfel-Polyphenolen als Chelatoren potentiell toxischer Metalle wie z. B. Kupfer, die gebunden und damit unschädlich gemacht werden. Granatapfel-Polyphenole bilden möglicherweise eine sinnvolle, synergistische Ergänzung zu Standardtherapien wie Chemo- und Strahlentherapie sowie Hormonentzugstherapie. Sie besitzen die Fähigkeit, die Expression des Androgen¬rezeptors und androgensynthetisierender Enzyme herabzuregulieren, sodass an den Krebszellen weniger Andockstellen für Testosteron gebildet werden und gleichzeitig die Neubildung von Testosteron reduziert wird. Darüber hinaus fördern Granatapfel-Polyphenole bei Protein¬kinasen eine Phosphory¬lierungshemmung und in Krebszellen die Apoptose (programmierter Zelltod) ins¬beson¬dere über eine NF-kappaB-Aktivierungshemmung. Daher könnte eine Kombination mit der Hormonentzugstherapie sehr interessante Synergie-Effekte bewirken und die Bildung von Resistenzen verzögern. Eine Bewährung in der klinischen Praxis steht indes noch aus. Die Effekte von Polyphenolen in Bezug auf den PSA-Wert sind bei einem lokalisierten, low risk-Prostatakrebs natürlich deutlich ausgeprägter als bei einem aggressiven, fortgeschrittenen Prostatakarzinom, das sogar mit Chemotherapien schwer beherrschbar ist.

Durch die vielseitigen Wirkungen von Granatapfel-Polyphenolen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes ergibt sich auch eine Möglichkeit, dem unter Hormonentzugstherapie erhöhten Risiko für diese Erkrankungen entgegenzuwirken.

(Wer sich umfassend informieren möchte, welche evidenzbasierten Maßnahmen gegen Prostatakrebs jeder Betroffene selbst ergreifen kann, dem sei Prostatakrebs-Kompass: Prävention und komplementäre Therapie mit der richtigen Ernährungs- und Lebensweise von Dr. med. Jacob empfohlen.)

Granatapfel-Polyphenole können über verschiedene Mechanismen nicht nur Einfluss auf die Entstehung von Prostatakrebs, sondern auch von gutartigen Prostatavergrößerungen und Erektionsstörungen nehmen. Erektionsstörungen sind eine häufige Nebenwirkung der Krebsbehandlung. Die folgende Abbildung fasst die möglichen Mechanismen zusammen.

Potentiell modulatorische Effekte von Granatapfel-Extrakten auf zentrale biologische Prozesse, die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Erektionsstörungen, gutartigen Prostatavergrößerungen und Prostatakrebs spielen (verändert nach: Kroeger et al., 2013).

Granatapfel-Wirkstoffe können laut zahlreichen vorklinischen Studien auch andere Krebsarten wie Darm-, Haut-, Blut-, Lungen- und Brustkrebs günstig beeinflussen: So belegt die Studie von Dai et al. (2010) die Wirkung eines Granatapfelextraktes gegen Brustkrebs-Stammzellen. Durch die Behandlung mit dem Extrakt konnte das weitere Wachstum der Zellen gehemmt und die Apoptose ausgelöst werden.

In ihrer fermentierten Form können Granatapfel-Polyphenole noch besser wirken. Die verbesserte Wirksamkeit von fermentierten Granatapfel-Polyphenolen wurde in präklinischen Studien bei Leukämiezellen (Kawaii und Lansky, 2004) sowie Prostatakrebs (Albrecht et al., 2004; Lansky et al., 2005a und b) und Brustkrebs (Kim et al., 2002) nachgewiesen. Im Vergleich zum normalen Granatapfelsaft zeigte der fermentierte Saft die doppelte wachstumshemmende Wirkung auf hormonabhängige und -unabhängige Brustkrebszellen (Kim et al., 2002). Fermentierte Granatapfel-Polyphenole können auch das Schlüsselenzym der Östrogensynthese, die Aromatase, blockieren und so die Östrogenbildung im Fettgewebe senken. Dabei wirken sie anti-östrogen auf den Östrogenrezeptor alpha.

Nach einer Studie von Kawaii und Lansky (2004) führten fermentierte Granatapfelsaft-Polyphenole bei HL-60-Leukämiezellen zur Redifferenzierung (Rückgängigmachen der Zellentartung) oder Apop¬tose. Der reine Frischsaft wies dagegen nur eine geringe redifferenzierende Wirkung auf.
Der Grund für diese Ergebnisse könnte die individuell unterschiedliche Verstoffwechselung der Hauptpolyphenole im Granatapfel, der Punicalagine, sein. In der Regel (bei sogenannten „Respondern“) werden diese von Darmbakterien zunächst in Ellagsäure gespalten, die dann weiter zu den sogenannten Urolithinen abgebaut wird. Im Blut findet man nur Ellagsäure und Urolithine, jedoch kein Punicalagin (Heber, 2011). Allerdings gibt es neben Personen, bei denen auch ohne die Einnahme von Granatapfelprodukten Urolithine im Blut nachgewiesen werden können („Producer“), auch Menschen, bei denen die Granatapfeleinnahme nicht zum Auftreten von Urolithinen im Blut führt („Non-Responder“) (Li et al., 2015). Diesen fehlt offensichtlich die passende Darmflora für den Abbau der Punicalagine, sodass auch qualitativ hochwertige Granatapfelsäfte nicht vollständig verwertet werden können. Bei der Fermentation werden die Granatapfel-Polyphenole durch ausgewählte Mikroorganismen vorverdaut und können daher ihre Wirkung besser entfalten.

2. Granatapfel-Antioxidantien verlangsamen Zellalterung

Der Granatapfel enthält hohe Konzentrationen von antioxidativen Schutzstoffen, den sogenannten Polyphenolen, die die Zellalterung verlangsamen. Antioxidantien haben für unseren Körper eine große Bedeutung aufgrund ihrer Eigenschaft als Radikal-Fänger. Sie schützen den Körper vor freien Radikalen, indem sie diese unschädlich machen. Freie Radikale verursachen oxidativen Stress, der mitverantwortlich für den Alterungsprozess und an der Entstehung einer Reihe von Krankheiten beteiligt ist.

Granatapfelsaft übertraf in sieben Testverfahren die bisher potentesten Antioxidantien wie Rotwein, Blaubeersaft, Acaisaft und Cranberrysaft bei weitem (Seeram et al., 2008). Er hat die 3-4-fache antioxidative Kapazität (TEAC-Test) von Rotwein oder Grüntee (Gil et al., 2000). Die Granatapfel-Polyphenole können oxidativen Stress nicht nur direkt reduzieren, sondern stärken vor allem auch die körpereigenen Schutzsysteme (Aviram et al., 2000 und 2004).

3. Granatapfel-Polyphenole wirken positiv aufs Herz 

Die Polyphenole des Granatapfels tragen zum Schutz von Herz und Gefäßen bei. Eine Doppelblind-Studie im renommierten The American Journal of Cardiology zeigte, dass Granatapfelsaft bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) die Durchblutung des Herzmuskels signifikant verbesserte und die Häufigkeit von Brustschmerzen (Angina Pectoris Anfälle) halbierte (Sumner et al., 2005).

4. Granatapfel-Polyphenole schützen die Gefäße

Gefäßerkrankungen und Arteriosklerose beginnen durch die dramatische Zunahme des Übergewichts in immer früherem Alter. Eine Studie an jungen Erwachsenen mit metabolischem Syndrom ergab schon nach vier Stunden nach der Einnahme von Granatapfelsaft verbesserte Entzündungsmarker im Blut. Nach einem Monat mit täglichem Verzehr setzte sich der positive Trend fort. Auch die Gefäßfunktion sowie die Regulation des Blutflusses verbesserten sich deutlich (Hashemi et al., 2010; Kelishadi et al., 2011).

Besonders bei Fettstoffwechselstörungen und gesteigertem oxidativen Stress helfen Granatapfel-Polyphenole, Gefäßerkrankungen entgegenzuwirken. In einer 18-monatigen Doppelblind-Studie  mit 291 Patienten konnte die Fortschreitung der Gefäßwandverdickung in der Halsschlagader bei Patienten mit erhöhten Triglyzerid- und Cholesterinwerten im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich verringert werden (Davidson et al., 2009).

Auch im fortgeschrittenen Stadium der Arteriosklerose konnte Granatapfelsaft (aus Konzentrat, täglich ca. 600 mg Polyphenole) helfen: Bei Patienten mit verengter Halsschlagader bildeten sich Gefäßverkalkungen um 30 % zurück, während diese in der Vergleichsgruppe zunahmen. Der Bluthochdruck wurde gesenkt, die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) vermindert, was der Blutgerinnsel-Bildung entgegenwirkt (Aviram et al., 2004; Aviram et al., 2000).

Granatapfelsaft kann die biologische Wirksamkeit und Wirkdauer des Botenstoffs NO (Stickstoffmonoxid), der zur Entspannung und Weitung der Blutgefäße beiträgt, stark erhöhen. Dadurch wirkt er schützend einem Gefäßverschluss entgegen und fördert den Blutfluss (Ignarro et al., 2006). Dieser Effekt erklärt wahrscheinlich auch die positiven Effekte bei Erektionsstörungen (Azadozoi et al., 2005; Forest et al., 2007).

5. Granatapfel-Polyphenole senken Cholesterin und verhindern dessen Oxidation

Bei Diabetikern (Esmaillzahdeh et al., 2006; Rosenblat et al., 2006) und gesunden Probanden (Rosenblat et al., 2010) konnten durch Granatapfel-Polyphenole eine Senkung der Cholesterinwerte und andere wichtige gefäßschützende Effekte erzielt werden, ohne den Blutzucker zu beeinflussen.

Oxidiertes LDL-Cholesterin ist ein zentraler Faktor im Fortschreiten der Arteriosklerose. Die Oxidation des LDL-Cholesterins konnte bei Patienten mit verengter Halsschlagader um 90 % reduziert werden (Aviram et al., 2004; Aviram et al., 2000). Granatapfel-Polyphenole können verschiedene Risikofaktoren von Gefäßerkrankungen senken, indem sie das gefäßschützende PON1-Enzym aktivieren (Rosenblat et al., 2010; Fuhrman et al., 2010; Gugliucci et al., 2010; Shiner et al., 2007; Rosenblat et al., 2011; Khateeb et al., 2010).

6. Granatapfel-Polyphenole schützen das Gehirn 

Die antientzündlichen, antioxidativen Effekte des Granatapfels wirken sich vermutlich auch günstig auf die Gehirnfunktion aus (Jung et al., 2006). So kann Granatapfelsaft Hirnschäden reduzieren (Loren et al., 2005), wie sie durch Sauerstoffmangel nach Problemgeburten oder Schlaganfällen auftreten.

Die besonderen Polyphenole wirken nicht nur Gefäßerkrankungen des Herzens und des Gehirns, sondern auch der Alzheimer-Demenz (AD) entgegen. In einer Studie von Dai et al. (2006) konnten drei Portionen polyphenolreiche Obst- und Gemüsesäfte pro Woche das Risiko für eine Alzheimer-Demenz um 75 % reduzieren. Als Ursachen der Alzheimer-Demenz gelten genetische Veranlagung, gesteigerter oxidativer Stress, Entzündungsprozesse, Funktionseinschränkungen der Zellkraftwerke sowie die Anhäufung von defekten Eiweißen.

Eine Studie an Mäusen zeigte, dass durch die Gabe von Granatapfel-Polyphenolen die Anhäufung der defekten Eiweißbausteinen im Gehirn um 50 % reduziert und die geistigen und motorischen Funktionen verbessert werden konnten (Hartman et al., 2006).

In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass Granatapfel-Polyphenole die Aktivierung des zentralen Entzündungsbotenstoffes NF-kappaB hemmen. NF-kappaB spielt nach neuen Erkenntnissen bei Entzündungsprozessen, im Krebsgeschehen, bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose und der Entwicklung von Abbauprozessen im Gehirn wie Alzheimer und Parkinson eine wichtige Rolle.

7. Granatapfel-Polyphenole hemmen Entzündungen

Granatapfel-Polyphenole beeinflussen das Entzündungsgeschehen auch durch die Hemmung zahlreicher anderer entzündungsfördernder Botenstoffe, Proteine und Enzyme (z. B. COX-2). Dadurch sind Granatapfel-Polyphenole auch bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wirksam: Sie können zum Beispiel die entzündliche Zerstörung des Gelenkknorpels bei rheumatoider Arthritis bremsen (Ahmed et al., 2005, Shukla et al., 2008 a und b) sowie entzündungsbedingte Leberschädigungen (Fibrose) (Toklu et al., 2007) und Darmschleimhautentzündungen lindern (z. B. Larrosa et al., 2009; Singh et al., 2009).

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden durch eine Fehlregulierung des Immunsystems der Darmschleimhaut, meist als Reaktion auf krankmachende Darmbakterien und eine beschädigte Darmschleimhaut, verursacht. An beiden Stellen wirken Granatapfel-Polyphenole sehr günstig, indem sie das Wachstum von positiven Darmbakterien fördern, das von pathogenen Bakterien dagegen hemmen und darüber hinaus in Studien antientzündliche Effekte auf die Darmschleimhaut gezeigt haben. Die Wirkung der Granatapfel-Polyphenole könnte nicht nur helfen, Entzündungen zu lindern, sondern auch beim immer häufigeren „leaky gut Syndrom“ (löchriger Darm) die verwundete, „löchrige“ Darmschleimhaut wieder abzudichten.

8. Granatapfel-Polyphenole unterstützen die Gewichtskontrolle 

Übergewichtige Erwachsene konnten in einer Studie mit Granatapfelsaft ihr Gewicht halten, während in der Kontrollgruppe das Körpergewicht, der BMI (Body-Mass-Index als Maßzahl für das Verhältnis von Körpergröße und -gewicht) und die Fettmasse anstiegen (Gonzalez-Ortiz et al., 2011). Punicalagin, eines der Hauptpolyphenole im Granatapfel, vermindert zudem die Fettbildung um bis zu 40 % (Rosenblat und Aviram, 2011).

In Ratten, die aufgrund einer fettreichen Ernährung adipös (stark übergewichtig) waren, zeigten sowohl die Fütterung mit Granatapfelextrakt als auch Sport positive Einzeleffekte in Bezug auf das Körpergewicht und wirkten antientzündlich und antioxidativ. Die Kombination zeigte sogar noch stärkere, synergistische Effekte in Bezug auf eine verbesserte Immunfunktion, indem Entzündungen gehemmt und oxidativer Stress reduziert wurden. Auch die Gewichtszunahme wurde reduziert (Zhao et al., 2016).

In einer weiteren Studie erhielten 48 adipöse und übergewichtige Patienten 30 Tage lang entweder 1000 mg Granatapfel-Extrakt oder ein Placebo. Durch die Einnahme des Granatapfel-Extraktes konnten die Blutwerte von Glucose, Insulin, Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Plasma-MDA, IL-6 und hs-CRP gesenkt werden. Sie zeigen verschiedene mögliche Folgeerkrankungen bei Adipositas an. Gleichzeitig wurden die HDL-Cholesterinwerte („gutes Cholesterin“) erhöht. Die Behandlung mit Granatapfelextrakt könnte somit mögliche Komplikationen bei Adipositas reduzieren (Hosseini et al., 2016).

9. Diabetes – Granatapfel erhöht Insulin-Sensitivität und schützt vor Folgeschäden

Insulin ist ein Hormon, das den Blutzucker reguliert, indem es die Aufnahme von Zucker in die Zellen bewirkt. Eine eingeschränkte Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin führt zur Insulinresistenz sowie erhöhten Blutzuckerwerten und schließlich zur Entwicklung von Diabetes. Granatapfel-Polyphenole verbessern die Insulin-Empfindlichkeit der Zellen, indem sie den Abbau des Hormons Resistin fördern. Resistin stellt eine zentrale Verbindung zwischen Übergewicht, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes dar (Makino-Wakagi et al., 2012).

Niereninsuffizienz als Diabetes-Spätfolge führt meistens zur Dialysepflicht. Auch Dialyse-Patienten profitierten in einer israelischen Studie vom Granatapfel: Das Risiko für die häufig auftretenden Infektionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnte im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich gesenkt werden und die Anzahl der Krankenhauseinweisungen war ebenfalls deutlich geringer (Shema-Didi et al., 2012). Aufgrund des hohen Kaliumgehalts von Granatäpfeln sollten Dialyse-Patienten dies mit ihrem Arzt abstimmen und am besten den Saft direkt vor der Dialyse einnehmen oder die kaliumärmeren Saftextrakte wählen.

10. Wirksam gegen Viren und Bakterien

Granatapfel-Polyphenole hemmen nicht nur Entzündungen, sondern können auch direkt Infektionen mit Viren und Bakterien entgegenwirken, denn sie können Influenza-A-Grippeviren bei lokaler Anwendung im Mund und Rachenraum abtöten sowie deren Vermehrung hemmen (Haidari et al., 2009). Auch verfügen sie über eine breite Wirkung gegen andere Viren, Bakterien und Malaria-Erreger (Neurath et al., 2004 und 2005, Reddy et al., 2007).

Qualitätsunterschiede

Granatapfelprodukte weisen große Unterschiede in der Qualität und im Gehalt an Polyphenolen, den Hauptwirkstoffen, auf. Dies betrifft nicht nur die Säfte (897 bis 4265 mg/l Polyphenole nach Folin-Ciocalteu-Methode; Fischer-Zorn und Ara, 2007), sondern auch Granatapfel-Extrakte. Die verschiedenen Granatapfel-Produkte auf dem Markt unterscheiden sich stark in Gehalt und Zusammensetzung der wirksamen Granatapfel-Polyphenole. Den bisher größten Produkttest in Deutschland hat die Universität Hohenheim im Auftrag des Verbands für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V. durchgeführt (www.granatapfelsaft.de). In allen bisherigen klinischen Studien haben sich 600 mg Granatapfel-Polyphenole (als Gallussäure-Äquivalent) als wirksame Dosis erwiesen.

Granatapfel-Polyphenole sind eine kostengünstige, wissenschaftlich belegte und weitestgehend nebenwirkungsfreie Möglichkeit der begleitenden Ernährungstherapie von metabolischem Syndrom, Fettleber, Diabetes mellitus, Arteriosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Alzheimer-Demenz. Insbesondere können sie den oxidativen und entzündungsbedingten Folgeschäden vorbeugen oder entgegenwirken.

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Literatur zum Ratgeber "Der Granatapfel"


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