Granatapfel-Produkttest

Großer Granatapfel-Produkttest und Gesundheitsratgeber

Granatapfel-Produkte im Test – worauf es wirklich ankommt:

Ob als gesunde Leckerei oder echtes Gesundheitsprodukt – der Granatapfel, dessen medizinische Verwendung eine jahrtausendalte Tradition hat, wird immer beliebter.

In den letzten Jahren wurde in Hunderten von präklinischen und 15 klinischen Studien gezeigt, dass Granatapfel-Schutzstoffe vor oxidativem Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck, Demenz, überschießenden Entzündungsreaktionen und möglicherweise auch Krebs schützen können. Der auch für Diabetiker gesunde Saft verbesserte deutlich die Durchblutung des Herzmuskels bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit und reduzierten Ablagerungen und Verkalkungen in der Halsschlagader.

Wir bedanken uns herzlich für die besonderen Granatapfel-Bilder von Herrn Lochstampfer: www.botanikus.de © Uwe LochstampferEr soll Magengeschwüre, Entzündungsprozesse und Gelenkbeschwerden bei Arthritis lindern, dem Alterungsprozess entgegen wirken, die Entwicklung von Alzheimer-Demenz hemmen und Erektionsstörungen im Alter verringern. Die positiven Ergebnisse einer klinischen Studie mit Prostatakrebs-Patienten stimmen hoffnungsvoll: Bei Patienten, die nach einer schulmedizinischen Primärtherapie ein Prostatakrebs-PSA-Rezidiv hatten und konsequent 570 mg Granatapfel-Polyphenole (als Saft aus Konzentrat) einnahmen, verlängerte sich in der sechsjährigen Nachbeobachtungsphase die PSA-Verdopplungszeit von durchschnittlich 15,4 Monate auf 60 Monate. Der mittlere PSA-Anstieg sank um 60 % (Pantuck et al., 2009). Andere Studien weisen dem Granatapfel eine Wirkung gegen Lungen-, Darm-, Haut- und Brustkrebs nach, auch wenn diese an Patienten noch überprüft werden müssen.

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Der Genuss des Granatapfels ist mit einer gewissen Mühe verbunden, wie jeder feststellen kann, der sich schon einmal eine Frucht gekauft hat. Um die unterschiedlichen Qualitäten selbst beurteilen zu können, ist es hilfreich, einen reifen Granatapfel zu probieren und seinen Geschmack mit dem gekauften Produkt zu vergleichen. Doch auch dann fällt die Entscheidung nicht einfach. Damit Sie wissen, wo Sie wie viel Wirkstoffe finden, haben wir für Sie den bislang größten Produkttest in Deutschland durchgeführt. Die Analysen führte die Universität Hohenheim durch.

Zu den Pflanzenstoffen des Granatapfels gehören organische Säuren (vor allem Citronensäure) und ein hoher Gehalt an Zucker-Polyphenol-Komplexen. Zu den Polyphenolen des Granatapfels zählen Phenolcarbonsäuren (Ellagsäure, Gallussäure, Kaffeesäure, Chlorogensäure), Ellagitannine (wie Punicalagin, das Hauptpolyphenol im Granatapfel) und Flavonoide (wie Catechin, Quercetin, Rutin, Kaempferol, Luteolin sowie sechs Anthocyane, die für die typische dunkelrote Farbe verantwortlich sind). In der Frucht sowie im Saft liegen die Polyphenole überwiegend an Zuckermoleküle gebunden vor. Um resorbiert zu werden und ihre Wirkung zu entfalten, müssen diese Zuckerbindungen abgebaut werden. Hierbei kommt es vor allem auf Fermentationsprozesse durch die Dickdarmflora an (Cerdá et al., 2004; Cerdá et al., 2005).

Für die Gesundheit ist es natürlich wichtig, in welcher Form man Granatapfel zu sich nimmt. Ein Schuss granatapfelhaltiger Grenadine-Sirup verfeinert zwar das Getränk, hat aber keinerlei Gesundheitswert. Ein Problem bei Granatapfelsäften sind Verfälschungen: Getränke, die angeblich zu 100% aus Granatapfelsaft bestehen, enthalten nicht selten Zusatz von Zucker, Farbstoffen und anderen minderwertigen Fruchtsäften. Das spart Produktionskosten. Auch bei echten Säften sind die Wirkstoffkonzentrationen aufgrund der Herstellungsverfahren sehr unterschiedlich.

Der Donath Vollfrucht-Saft enthielt nur Spuren des Hauptpolyphenols Punicalagin, weil er überwiegend aus fein vermahlenen Kernen besteht. Dies könnte u.U. interessante Wirkungen für die Frau haben, weil die Samen Phytohormone enthalten sollen. Doch für die in bekannten Studien nachgewiesenen Gesundheitseffekte scheint der Vollfrucht-Saft weniger geeignet, weil die herben Ellagitannine wie Punicalagin wichtig zu sein scheinen. Der Schoenenberger-Muttersaft dagegen hatte unter den Säften den höchsten Polyphenol- und Punicalagingehalt, weil die bittere Schale mitverarbeitet wird. Dafür ist er aber pur praktisch ungenießbar.

In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass im Gegensatz zu den falschen Aussagen in der Presse die typischen Granatapfel-Polyphenole nicht bei Wechseljahresbeschwerden und PMS helfen. Diese Wirkungen werden bisher nicht durch Studien belegt. Es überwiegt eine anti-östrogene Wirkung, die zur Vorbeugung von Prostatakrebs und Brustkrebs wünschenswert ist. Eine östrogenartige Wirkung könnte jedoch auf das Samenöl (Punicinsäure) zutreffen.

In einer großen Reihenuntersuchung (Fischer-Zorn und Ara, 2007) ergaben sich wichtige Ergebnisse: Der Wirkstoffgehalt (= Polyphenole) schwankte bei Frisch/Direktsäften zwischen 904 bis 2067 mg/l (Median 1409 mg/l). Die Säfte aus Konzentrat wiesen einen höheren Antioxidantien-Gehalt (Median 2288 mg/l) auf, aber auch hier schwankte der Gehalt zwischen 897 bis 4265 mg/l Polyphenole. Das Risiko, einen wirkstoffarmen Saft zu erwerben, ist hoch, was sich z. T. auch in unserer Untersuchung zeigt. Der aromatisch-fruchtig-herbe Geschmack ist ein wichtiges Erkennungskennzeichen.

Bei Untersuchungen von US-amerikanischen Forscherteams wurde festgestellt, dass sich auch die meisten Kapselprodukte qualitativ sehr stark unterscheiden und oft die Polyphenol- und Punicalagin-Angaben nicht korrekt sind. Dies konnten wir bestätigen: 1 Kapsel Dr. Hittich Ultra-Granatapfel (Greenpower) soll laut Etikett 180 mg Punicalagine haben, die Uni Hohenheim fand nur 47,8 mg Punicalagin A und B/Kapsel. Die Abweichung war so deutlich, dass wir das Ergebnis mit sehr ähnlichem Resultat von einem zweiten Labor prüfen ließen.

Bei auf 40 % Ellagsäure standardisierten Granatapfel-Extrakten wird laut wissenschaftlichen Untersuchungen die Ellagsäure zugesetzt (Lansky, 2006; Madrigal-Carballo et al., 2009). 40% Ellagsäure kommen natürlicherweise im Granatapfel nicht vor. Eine Forschergruppe um David Heber, einem der führenden Granatapfel-Forscher in den USA, fand auch in den USA bei vielen Extrakten deutlich zu hohe Ellagsäure-Gehalte, zu wenig Punicalagine und eine unnatürliche Polyphenol-Zusammensetzung. Die Forscher kommentieren ihre Untersuchung: Ellagsäure ist kaum wasserlöslich. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Ellagsäure-Supplemente die gleichen positiven Effekte wie ein echtes Granatapfel-Supplement haben. Irreführend ist es, dem Verbraucher ein Ellagsäure-Extrakt als ein Granatapfel-Extrakt zu verkaufen. Weil reine Ellagsäure schwer resorbierbar ist, werden nur geringe Blutspiegel erreicht (Seeram et al., 2006). Natürlich ist die Ellagsäure ein für die gesundheitliche Wirkung wichtiger Granatapfel-Bestandteil, solange sie Teil der natürlichen Granatapfel-Matrix ist und nicht künstlich zugesetzt wird.

Verschiedene Forschergruppen wiesen nach, dass es im Granatapfel nicht um einzelne chemische Verbindungen geht, sondern vielmehr um das Zusammenspiel und die gegenseitige Verstärkung (Synergie) der Gesamtheit der Inhaltsstoffe. Solche Synergie-Effekte wiesen schon 2005 Lansky und Mitarbeiter nach (Lansky et al., 2005a und b).

Die meisten Extrakte werden durch Hitzetrocknungen hergestellt. Hohe Temperaturen im Herstellungsverfahren der Granatapfelpulver können zu oxidierten und hochpolymeren Polyphenolen führen, die schlechter resorbierbar sind. Das Trocknungsverfahren ist möglicherweise auch der Grund, warum die Uni Hohenheim im gefriergetrockneten und fermentierten Dr. Jacob’s GranaProstan ferment den höchsten Gehalt an freiem Punicalagin A und B nachweisen konnte. In einigen Studien aus den USA wurden mit gefriergetrockneten Saftextrakten bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Bei der Gefriertrocknung wird bei tiefen Temperaturen und vermindertem Druck das Wasser entfernt.

Im Test hatte GranaProstan ferment unter den Kapseln den höchsten Gehalt an Punicalagin A und B, das beste Preis-Polyphenol- und das beste Preis-Punicalagin-Verhältnis. Insgesamt den höchsten Polyphenol- und Punicalagin-Gehalt aller getesteten Granatapfel-Produkte sowie das beste Preis-Polyphenol und Preis-Punicalagin-Verhältnis hatte Dr. Jacob’s  Granaforte Granatapfel. Das Konzentrat ist allerdings nur verdünnt genießbar.

Was wurde analysiert?
Gesamtpolyphenole nach Folin-Ciocalteu als Gallussäure-Äquivalent

Mit diesem Verfahren wurden die Granatapfelsäfte und -Produkte in klinischen Studien analysiert. Die Uni Hohenheim kommentiert zu ihren Testergebnissen: „Das Folin-Ciocalteu-Reagenz reagiert nicht spezifisch mit phenolischen Verbindungen, sondern auch andere nicht-phenolische Komponenten insbesondere Reduktone wie z.B. Ascorbinsäure oder Maillard-Produkte und Metallionen führen zu einem Farbumschlag im Testansatz. Die Ergebnisse geben daher lediglich die reduzierenden Eigenschaften einer Probe wieder. Wichtig für die antioxidative Kapazität ist die Zusammensetzung der Polyphenole. Das für Granatäpfel und daraus hergestellte Produkten spezifische Punicalagin ist das Haupttannin und für die meisten antioxidativen Wirkungen verantwortlich.“

Daher haben wir auch die Granatapfel typischen Hauptpolyphenole Punicalagin A und B mittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie, engl. high performance liquid chromatography) untersuchen lassen. Dies ist im Gegensatz zum Folin-Ciocalteu-Test ein direkter, deutlich zuverlässigerer Nachweis, der aber nur das Punicalagin A und B erfasst. Mit beiden Ergebnissen zusammen ergeben sich interessante Hinweise zur Produktqualität und Zusammensetzung.

Mit diesen Testergebnissen können wir das Preis-Polyphenol-Verhältnis bestimmen, damit Sie wissen, wie viel Geld Sie die Wirkstoffe kosten. Dabei haben sich die billigsten Produkte als die teuersten erwiesen (insbesondere unsere Einkäufe in türkischen und iranischen Lebensmittelgeschäften – was nicht heißen soll, dass dieses Ergebnis auf alle Produkte dort zutreffen muss), weil die angeblich 100 % Granatapfelsäfte besonders wenig Polyphenole enthielten und möglicherweise Zusätze anderer Säfte aufwiesen.

Mit dem Punicalagin-Wert können Sie ersehen, ob die Polyphenole auch tatsächlich aus dem Granatapfel stammen. Der indirekte Test Gesamtpolyphenole nach Folin-Ciocalteu ist wertvoll, weil er die breite Palette der Polyphenole im Granatapfel erfasst. Ein besseres Gesamtbild ergibt sich aus der Kombination des sehr gut etablierten und anerkannten, aber breiter angelegten und unspezifischen Folin-Ciocalteu-Tests mit der direkten, auf eine Einzelsubstanz geeichten HPLC-Test.

Wichtige Hinweise

Alle Analysewerte sind nicht allgemein gültig, sondern beziehen sich ausschließlich auf die getestete Charge. Bei Granatapfel-Produkten kann es, wie bei allen Naturprodukten, zu erheblichen chargenbezogenen Schwankungen kommen.

Einnahmemenge: Zur Gesunderhaltung dürften täglich 300 – 600 mg Polyphenole (als Gallussäure-Äquivalent nach der Folin-Methode) ausreichen. Bei einer bestehenden Erkrankung sollte, wie in den Studien, mindestens 570 mg Polyphenole/Tag (etwa ein Glas hochwertiger Saft) eingenommen werden. Fermentierte Granatapfel-Polyphenole sollen eine höhere Bioaktivtät aufweisen. Ob größere Mengen auch mehr bewirken, ist unklar. In der Prävention ist dies zu verneinen.

Wer Granatapfelprodukte nicht aus Genusszwecken, sondern zur Ernährungstherapie verzehrt, sollte besser Produkte mit regelmäßig kontrolliertem und ausgewiesenem (und korrektem) Polyphenolgehalt verwenden. Eine ausreichende Konzentration der Polyphenole ist Voraussetzung für eine zuverlässige Wirkung.

Vergleich Werbung/Analyse: Der Schoenenberger Granatapfel-Muttersaft lag im Bereich der Etikettenangabe, die getesteten Produkte der Dr. Jacob’s Medical GmbH lagen im oder über dem Bereich der Etikettenangabe. Alle anderen von uns untersuchten Anbieter wiesen den Polyphenolgehalt auf dem Etikett nicht aus, oder der ausgewiesene Polyphenol- bzw. Punicalagin-Gehalt wich stark von den Analyseergebnissen im Test ab (niedrigerer Gehalt).

Einnahmedauer: In der Prävention von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie in der adjuvanten Ernährungstherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein regelmäßiger Verzehr sinnvoll. Bei der adjuvanten Ernährungstherapie von Prostatakrebs haben sich in der Pantuck-Studie auch während einer sechsjährigen Nachbeobachtungsphase positive Wirkungen gezeigt: Die PSA-Verdopplungszeit stieg von durchschnittlich 15,4 Monaten auf 60 Monate. Am besten sollte dies unter regelmäßiger PSA-Kontrolle in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Einnahmezeit: Die Bioverfügbarkeit von Polyphenolen ist am höchsten beim Verzehr ca. 1 h separat von den Hauptmahlzeiten und von Milchprodukten (Manach et al., 2004). Polyphenole reagieren mit Proteinen und formen schlecht resorbierbare Polyphenol-Protein-Komplexe (Ausfällung).

Allergien: In der Literatur wird vereinzelt von allergischen Reaktionen auf Granatapfel berichtet.

Arzneimittelwechselwirkungen: Der sehr populäre Gesundheitstrank wird in den USA insbesondere von wohl Hunderttausenden Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen und medikamentös behandelter Hypercholesterinämie konsumiert. Die Arzneimittelinteraktion dürfte daher sehr gering sein. Ansonsten wären inzwischen häufige Wechselwirkungen bei dem reichlichen Konsum bekannt geworden. Dennoch sind bei genetischer Disposition oder Krankheitsgeschehen Arzneimittelinteraktionen z.B. mit Antiarrhythmika, Statinen, Gerinnungshemmer (Cumarine), Kalziumkanalblockern, Immunsuppressiva, Proteaseinhibitoren im Sinne einer Wirkungsverstärkung nicht ganz auszuschließen.

Unser 60-seitiger, vierfarbiger Ratgeber stellt den gesamten Themenbereich des Granatapfels gut verständlich vor und gibt einen umfassenden Überblick zu Wirkspektrum und Anwendungsmöglichkeiten: einfach und praxisorientiert, wissenschaftlich korrekt unter Berücksichtigung von etwa 200 Studien.

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Natürlich gesund – Verband für ganzheitliche Gesundheitsberatung e.V.

Der Verband hat sich zum Ziel gesetzt, Fachwissen in den Bereichen Naturheilkunde, Komplementärmedizin, gesunde Ernährung und Lebensweise für medizinische Laien transparent zu machen. Um die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, selektiert der Verband die Informationsflut im Gesundheitsbereich nach wissenschaftlichen Kriterien. Zu den Leistungen des Verbandes gehören Informationsmedien wie www.granatapfelsaft.de.

 

Literatur: